
Am Freitag, dem 27.02.2026, tauschte der PoWi-Kurs 7bc der Steinschule unter der Leitung von Herrn Timm das Klassenzimmer gegen das Rathaus der Stadt Wetzlar.
Gespräch mit Dezernentin Frau Biermann
Zu Beginn stand ein Gespräch mit Frau Biermann, Dezernentin der Stadt Wetzlar, auf dem Programm. Die Klasse nutzte die Gelegenheit, um zahlreiche Fragen zu stellen:
Was genau macht eigentlich eine Dezernentin? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Und: Macht diese Arbeit Spaß?
Frau Biermann beantwortete die Fragen offen und anschaulich und gab den Jugendlichen einen authentischen Einblick in die kommunalpolitische Praxis.
Rathausrallye mit digitaler Schnitzeljagd
Ein besonderes Highlight war eine spannende Rathausrallye. Mit der App Actionbound erkundeten die Schülerinnen und Schüler das Gebäude in Form einer interaktiven Schnitzeljagd. Dabei mussten Fragen beantwortet, Hinweise gefunden und Aufgaben gelöst werden – eine spielerische, aber zugleich lehrreiche Annäherung an kommunalpolitische Strukturen.
Ein zentrales Element war zudem ein Informationsvideo zu den Aufgaben einer Gemeinde, insbesondere zu Themen wie Finanzen und Zuständigkeiten. So wurde deutlich: Kommunalpolitik entscheidet über viele Bereiche des Alltags – von Schulen über Schwimmbäder bis hin zur Stadtentwicklung.
Kommunalwahl und Wahlsystem verstehen
Im weiteren Verlauf beschäftigte sich der Kurs mit dem Kommunalwahlsystem. Anhand konkreter Beispiele wurde erklärt, wie Wahlen auf kommunaler Ebene funktionieren und wie Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen können.
Besonders spannend wurde es bei einer sogenannten „Meinungslinie“: Zu Aussagen wie „Ich gehe gerne ins Schwimmbad“ oder „Ich fühle mich in der Stadt sicher“ positionierten sich die Schülerinnen und Schüler im Raum und begründeten ihre Haltung. Schnell zeigte sich, wie unterschiedlich Prioritäten und Ansichten sein können – und wie wichtig Diskussion und Argumentation in einer Demokratie sind.



Planspiel: Eigene Parteien, echte Debatten
Den Höhepunkt bildete ein Planspiel zur Stadtverordnetenversammlung. Die Klasse gründete eigene Parteien, gab ihnen kreative Namen und formulierte konkrete Anträge. Diskutiert wurden unter anderem:
- ein kostenloser Sportgerätepark,
- kostenloses WLAN in der Stadt,
- kostenlose Hygieneartikel.
Im Plenum wurden die Anträge eingebracht, lebhaft diskutiert und schließlich abgestimmt.
Das Ergebnis: Der Antrag zu kostenlosen Hygieneartikeln wurde mit 17 Ja-Stimmen, 6 Enthaltungen und 2 Nein-Stimmen angenommen.
Die intensive Debatte zeigte eindrucksvoll, dass politische Entscheidungen oft mit finanziellen Rahmenbedingungen verbunden sind. Wenn nur Geld für eine Maßnahme zur Verfügung steht, müssen Prioritäten gesetzt und Kompromisse gefunden werden – ein zentrales Merkmal demokratischer Entscheidungsprozesse.
Ein Tag voller Demokratieerfahrungen
Der Besuch im Rathaus machte deutlich: Politik ist nichts Abstraktes, sondern gestaltet das unmittelbare Lebensumfeld. Für den PoWi-Kurs 7bc war es ein abwechslungsreicher und erkenntnisreicher Tag, der gezeigt hat, wie lebendig Demokratie sein kann, besonders dann, wenn man sie selbst ausprobiert.




